Klangwelten

Obertöne
Lasst uns den Begriff OBERTON etwas näher betrachten:
Wir haben eine Saite, die schwingt in einem bestimmten Ton. Wenn wir die Saite halbieren, dann schwingen beide Hälften in der doppelten Frequenz- es erklingt die Oktave. Unterteilt man die Saite weiter, und zwar stets in ganzzahligen Verhältnissen, so erhält man alle natürlichen Intervalle, die in der Musik vorkommen:
Die Quinte, die Quarte, die große Sext u.s.w.
Da es sich hierbei um einen naturgesetzlichen Vorgang handelt, werden diese Töne dieser so entstehenden Tonleiter auch „Naturtöne“ genannt. Deren Entdeckung und Systematisierung ist der Verdienst von Pythagoras. Die von ihm und seinen Schülern gefundene Tonleiter, die diatonische Tonleiter, war immerhin 1.500 Jahre lang in Europa gültig, bis sie durch die wohltemperierte Stimmung erweitert oder abgelöst wurde.
Diese Teiltöne schwingen aber nicht nur, wenn man einen Steg unter die Saite klemmt und diese damit verkürzt, sondern sie schwingen auch mit, wenn die Saite im Ganzen schwingt. Leise, kaum wahrnehmbar, aber im Tonraum oberhalb des Grundtones stets vorhanden, eben die „Obertöne“.

Monotone Rhythmen helfen uns, unsere Ratio in den Hintergrund zu rücken, damit Entspannung oder das Erfahren tieferer Bewusstseinsschichten möglich werden können.

Klangschalen
Klingende Gegenstände haben eine lange Tradition; in China wurden klingende Bronzeplatten schon im zweiten Jahrtausend vor Christus verwendet. Metallene Schalen folgten wenig später. Sie dienten zunächst als Opferschalen, wurden aber auch ganz profan als Essgeschirr benützt. Die Trennung zwischen Alltagsgebrauch und zeremoniellem Einsatz wurde sicher nicht besonders scharf gezogen. Man nimmt an, dass die Schalen sich entlang der großen Karawanenstraßen im Großraum des Himalaya – Tibet, Nepal, Nordindien – verbreiteten und so auch bis Japan und Südostasien gelangt sind. Auch die europäische Glocke ist eine nahe Verwandte der Klangschale.
Die Klangschalen, die wir heute einsetzen, sind hergestellt aus Metalllegierungen, zwischen fünf und zwölf Metallen. Es sind dies untere anderem Kupfer, Zinn, Zink, Wismut, Eisen, Blei, Quecksilber, Silber & Gold.

Klangschalen zeichnen sich dadurch aus, dass sie alle einen Grundton haben und dann je nach Spielweise bis zu fünf verschiedene Obertöne hervorbringen können.

Gong
Der Gong ist von den archaischen Instrumenten, das heißt, eigentlich von allen Instrumenten, eines der gewaltigsten überhaupt. Der Gong kommt aus Süd- und Ostasien und wurde dort wie die anderen klingenden Objekte, die Glocke, die Metallplatten, die Klangschalen, rituell im Tempel eingesetzt. Aufgrund seiner mächtigen, ja unheimlichen Ausstrahlung besitzt er einen geradezu schaudernd Ehrfurcht gebietenden Charakter.
Es gibt gehämmerte und gegossene gong, Flachgong und gebuckelte Gongs, die Größe reicht von dreißig Zentimetern bis hin zu über einen Meter fünfzig Durchmesser.

Monochord
Das Monochord kommt aus dem europäischen Kulturraum; sein chinesisches Pendant ist die Quin, die aus der Mythologie grauer Vorzeit stammt.
Das Monochord ist ebenfalls ein Prototyp der archaischen Instrumente. Die heute gebräuchlichen Monochorde besitzen bis zu sechzig Saiten. „Mono“ heißen sie deshalb, weil sie alle im gleichen Ton gestimmt sind. Da es nicht möglich ist, alle Saiten physikalisch exakt gleich zu stimmen, entstehen winzigste Tonhöhenunterschiede zwischen den einzelnen Saiten. Wenn man nun beim Spielen des Instrumentes über all die Saiten mit unterschiedlicher Intensität streft, hat dies zur Folge, dass zarte Überlagerungen, Schwebungen und Interferenzen entstehen, die wiederum den Reichtum an Obertönen und den vollen Klanggehalt dieses Instrumentes ausmachen.

Aus: Klangtherapie, Otto-Heinrich Silber, Peter Hess, Jürgen Hoeren, Traumzeit-Verlag David Lindner 2007-2010

 

 

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