Klang in der Logopädie

In der Kindertherapie setze ich Klänge wunderbar zur Kontaktaufnahme ein. Zu Beginn jeder Therapiestunde  erzählt das Kind „Gutes und Schlechtes“ aus der vergangenen Woche. Der Klang, der immer wieder angeschlegelten Klangschale, rahmt die Erzählungen ein. Dieses Anfangsritual schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, weckt Neugier und ist eine gemeinsame Grundlage- ein Miteinander in Resonanz kommen. Eingebettet in z.B. Fantasiereisen wirken harmonische Klänge in Verbindung mit Sprache außerdem entspannend und fantasieanregend.

In der Erwachsenentherapie dient Klang als Brücke, um z.B. in den Kontakt mit Menschen mit Demenz zu kommen. Klänge schaffen Raum für Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit und ein angenehmes Körpergefühl. Bei Patienten z.B. mit Morbus Parkinson kann Klang den Tremor reduzieren, das Wohlbefinden verbessern und angenehme Wahrnehmungserfahrungen bewirken.

In der Atem- und Stimmtherapie ist Klang eine unterstützende Methode, die die Körperwahrnehmung schult, den Tonus reguliert und die Resonanzarbeit erfahrbar macht.

Die Klangschalenenwendung findet auch große Akzeptanz in der Pflege. Sie spricht Körper, Geist und Seele an. Während der Betreuung in Seniorenheimen werde ich auch oftmals mit dem Thema „Tod“ konfrontiert. Im Fall von schwersterkrankten und alten Menschen kann ich gut Klänge in den Bereich Sterbebegleitung integrieren. Mit Hilfe der Klänge können Menschen leichter loslassen, so dass der Todeskampf ausbleibt oder dass es vermehrt zu aussöhnenden Begegnungen beispielsweise innerhalb der Familie kommt. Für Angehörige können Klänge als tragend, entlastend und unterstützend empfunden werden, so dass sie ihnen auch in ihrer Trauerbewältigung eine große Hilfe sind.

Die Klangschalenmassage nach Peter Hess® ist eine zusätzliche Bereicherung und für mich eine nicht wegzudenkende Methode, die meine Arbeit als Logopädin ganzheitlicher gestaltet und eine große Bedeutung eingenommen hat.

 

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