Klang als Kommunikationsbrücke

Klang als weitere Kommunikationsbrücke

Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich als Physiotherapeutin mit mehrfach schwerstbehinderten Menschen und bin gerade deshalb immer auf der Suche nach alternativen Kommunikationswegen. Viele meiner Patienten sprechen nicht oder nur in ihrer ganz eigenen Sprache. Mein Weg zum Klang war aus genau dieser Motivation heraus entstanden; einen weiteren Weg zu finden, um in Kommunikation zu treten. Dass der Klang  mich selbst so in den Bann zog, dass hätte ich nicht vermutet. Genau so ist es aber gekommen. Der Klang hat mich in meiner Seele berührt und nicht wieder losgelassen. Als freiberufliche Physiotherapeutin hatte ich 8 Jahre das Vergnügen eine eigene kleine Privatpraxis zu haben. In dieser Zeit habe ich viele Klangmassagen gegeben. Aber auch bei meinem ganz „speziellen Klientel“ in einer Einrichtung für Erwachsene mit körperlicher & geistiger Behinderung möchte ich meine Klangschalen nicht mehr missen. Wer in ähnlichen Einrichtungen arbeitet, kennt das Problem mit Menschen, die nur schwer zu erreichen sind mit „herkömmlicher Therapie“.  Es soll eben ein ganzheitliches Fördern sein; vom körperlichen Befinden bis hin zu den sinnlichen Erfahrungen, damit sinnerfülltes Handeln und Optimierung der Lebensqualität Einzug halten kann.
Ich fing schon während meiner Peter Hess Klangmassage-Praktiker Ausbildung an, mit den Schalen und meinen Patienten zu experimentieren. Das ist an der Ausbildung auch so schön, man hat immer einen Ansprechpartner. Ich habe sehr viele tolle Tipps von meiner Ausbilderin Angelika Meisner ganz speziell für eine Patienten bekommen und hatte immer die Möglichkeit nachzufragen und auch Feedback zu erhalten.
Meine persönliche Erfahrung mit meinen speziellen Patienten und den Klangschalen sind vielleicht nicht pauschal anwendbar und eins zu eins übertragbar, sie zeigen aber, dass es noch so viele andere Wege gibt in Kommunikation zu treten, als nur verbal. Auf nonverbaler Ebene spielt sich meiner Meinung nach sowieso sehr viel mehr ab und geht auch mehr in die Tiefe.
Es ist manchmal ja schon ein Erfolg, wenn ein Mensch aufhört autoaggressiv zu sein, zumindest für eine Weile. Diese Spirale von sich sinnlosen Handlungen (Stereotypien) ist nicht leicht zu durchbrechen, manchmal vermag es der Klang zu schaffen. Zu sehen, wie der Muskeltonus sich senkt, die Atemfrequenz sich normalisiert ist dann ein großartiges Erlebnis….immer wieder.

Und auch hier zeigen sich Phänomene wie „Zellerinnerung“, bei regelmäßigem Klangerlebnis kommen diese Entspannungszustände schneller und halten zum Teil auch länger an.

Ich bin froh mit dem Klang ein weiteres Werkzeug zur Kommunikation zu haben. Persönlich ist ein Leben ohne Klang für mich mittlerweile undenkbar.

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